Samstag, 15. November 2025

Patagonien - 3. Tag: versteinert

Da wächst ein Baum aus einem steinernem Baum

Ein Ausflug in die Vergangenheit erwartet uns am dritten Tag in Bahia Bustamente, wir besuchen einen versteinerten Wald, abseits der Touristenattraktionen. Es gibt in Patagonien mehrere große versteinerte Wälder, wie das Monumento Natural Bosques Petreficados bei der Laguna Grande in der Provinz Santa Cruz. Wir befinden uns etwas oberhalb und haben die Funde förmlich exklusiv.

Vor 150 Mill. Jahren standen hier subtropische Wälder mit bis zu 100m hohen Bäumen. Nahrung für die Dinosaurier. Die Anden hoben sich und durch vulkanische Aktivität deckte Ascheregen die Wälder bis 20 m Höhe zu. Fehlender Sauerstoff und siliziumreiches Wasser sorgten dafür, dass die Holzzellen mineralisch ersetzt wurden. 

Für diese Wege brauchte man einen Jeep


Die Wälder standen damals noch in Gondwana-Land. (Die Tropenhalle im Leipziger Zoo ist danach benannt). Gondwana bestand aus Südamerika, Afrika, Antarktika, Australien, Indien, der arabischen Halbinsel und Teilen Südostasiens. Es begann vor 180Mill. Jahren zu verfallen. Der Stein links sieht doch aus wie eine prähistorische Karte, oder? Der klumpen rechts, das ist Lava. Hergeschleudert aus riesiger Entfernung.




Gelegentlich sieht man ein paar Tiere. Am häufigsten laufen uns Guanakos über den Weg, oder ein paar Schäfchen. Aber nicht nur die Bäume sind vergangen und versteinert.



Mit einer sympathischen Führerin zogen wir den Nachmittag durch das Land, ein Fotohalt ergab den nächsten, ständig muss ein Tor auf- und zu gemacht werden, obwohl weder Mensch noch Tier noch irgendwelche Plantagen zu sehen sind. Zumindest begegnen uns keine Patagonier.

Die Sonnenuntergänge sind traumhaft und keinesfalls zu verpassen wobei der Umstand hilft, dass nur hinter den Bungalows gelegentlich eine Verbindung in die große weite Welt jenseits des großen Wassers möglich ist.

Abends gibts Pizza a Litterae-Artesque Patagonica und den üblichen Rotwein.

Am nächsten Morgen geht es Richtung Westen.

© Uwe



Keine Kommentare: