Donnerstag, 20. November 2025

Patagonien - 8. Tag: Der rauchende Berg


Ein leckeres Frühstück im Bergsteigerhotel und dann geht es auf Tour. Für das, was jetzt kommt, habe ich die Wanderstiefel mitgenommen.  Strahlend blauer Himmel, das passt gar nicht so zu dem bisher, auch bei Carmen Rohrbach und in diversen Bildbänden gelesenen Beschreibungen. Ein paar wenige Wolkenschleier eher über dem Lago Viedma, wenn wir zurück über den Ort blicken.


Auf dem Senda al Fitz Roy sehen wir zuerst allerdings nicht das bekannte Felsmassiv , sondern den durch die Schlucht mäandernden Fluss, den Rio de las Vueltas, was auf den bogenreichen schon im Namen hinweist. Fluss der Wendungen. Gespeist von Wasser mehrerer Gletscher im Nationalpark Los Claciares mündet er später im Lago Viedma. Nun gibt es sehr viele Fotos von den vielen wunderbaren Fotopunkten.

Zehn Kilometer soll die Runde lang sein, die uns zum Mirador Fitz Roy bringen soll. Man bracht schon das richtige Schuhwerk, es sind viele Wanderer unterwegs. Zuerst geht es vor allem bergauf. 


Irgendwann komme ich zu diesem Mirador - dem Aussichtspunkt und da steht er, der gefürchtete und herausfordernde Kletterberg, der nicht unbedingt hoch, aber vor allem anspruchsvoll sein soll. Dazu gibt es unten ein paar mehr Informationen. 

Aber warum heißt der nun "Der rauchende Berg"? Okay, gestern war er in Wolken gehüllt, so wie meist beschrieben. Und nun? Der Kondensstreifen eines Düsenfliegers. 

Den Namen El Chalten - Der Rauchende - gaben ihm die idigenen Tehuelche einst. Erst der Forscher Francisco Pascasio Moreno (1852 - 1919), genannt Perito Moreno, gab dem Berg den Namen des Kapitäns der Beagle mit der einst Charles Darwin um die Welt reiste. Darwin dürfte den Berg selber wohl nicht gesehen haben. 

Aber dank eines Mitglieds unserer kleinen familiären Reisegruppe, der eine halbe Stunde vor mir an diesem Aussichtspunkt ankam, können wir nun trotzdem sehen, wie der Berg raucht.

Danke für dieses Bild, Thomas.

Am Aussichtspunkt habe ich drei japanischen sehr jungen Frauen erst mal zu ein paar Selfies verholfen, zu ganz schön vielen Selvies. In immer neuen Posen, einzeln, zu zweit, zu dritt, von links und von rechts, die Serie ist umfangreich. Aber ich habe auch eines von mir zum Beweis geschossen.

Ich entscheide mich für denselben Weg zurück, hätte mich aber fast verlaufen und nehme noch einen weiteren Blick auf den gewundenen Fluss mit.



Man kann sich sicherlich auch eine Woche dort aufhalten, es muss sehr viele Wanderwege da geben, auch Gletscherwanderungen, wenn man dem Fluss in die Berge folgt.


Auf dem Rückweg entdecke ich den Biergarten - Jardín de cerveza. Das kann ich mir nicht entgehen lassen. Andere fanden, dass Calafate - Eis etwas Köstliches ist. Am Ende war es ein gehöriger Fußmarsch, den ich da zurückgelegt habe. Den Füßen geht es aber gut.

Das Abendessen später echt patagonisch: Lomo mit Crema-Kartoffeln, dazu einheimisches Cerveza.

©️Uwe








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Zusammengestellt mit Comet


Das Fitz Roy Massiv ist eine markante Gruppe steil aufragender Granitberge im Süden Patagoniens an der Grenze zwischen Argentinien und Chile, deren höchste Spitze der rund 3.405–3.406 Meter hohe Cerro Fitz Roy ist. Es gilt als eine der ikonischsten Gebirgslandschaften Patagoniens und liegt im Norden des argentinischen Nationalparks Los Glaciares.

Lage und Umgebung
Das Massiv erhebt sich westlich der kleinen Anden-Ortsgemeinde El Chaltén in der Provinz Santa Cruz und markiert den Beginn des südpatagonischen Inlandeises (Campo de Hielo Sur). Im Vordergrund des Gebirges liegen Gletscherseen wie Laguna Capri, Laguna de los Tres und Laguna Torre, die über Wanderwege vom Tal aus erreichbar sind.

Geologie und Erscheinungsbild
Das Massiv besteht überwiegend aus hellen Granitstöcken, die als schroffe, nadelartige Gipfel fast senkrecht aus der umliegenden Steppe und den Gletscherkaren emporragen. Die gezackte Silhouette mit ihren Felsnadeln – allen voran der Cerro Fitz Roy und der benachbarte Cerro Torre mit etwa 3.128 Metern – ist zu einem Symbol für Patagonien geworden.

Klima und Gletscher
Das Gebiet ist von einem rauen, sehr windigen Hochgebirgsklima mit rasch wechselnden Bedingungen geprägt, was die Gipfel berüchtigt schwer begehbar macht. Zahlreiche Gletscher – etwa der Glacier Grande und der De‑los‑Tres‑Gletscher – fließen aus dem Massiv in tief eingeschnittene Täler und speisen milchig-türkise Seen mit Eisbergen.

Flora, Fauna und Landschaftseindruck
An den Unterhängen dominieren patagonische Südbuchenwälder, Feuchtgebiete und Flussauen, darüber folgen karge Matten, Geröllfelder und schließlich blanke Fels- und Eisflanken. Die Landschaft kontrastiert die trockene, wüstenähnliche Steppe des Vorlands mit einer dramatischen Hochgebirgswelt aus Flüssen, Gletschern, Gletscherseen und steilen Granitwänden.

Alpinismus und Bedeutung
Das Fitz-Roy-Massiv ist ein internationales Kletter- und Trekkingmekka; populäre Routen führen als Tages- oder Mehrtagestouren von El Chaltén zu Aussichtspunkten wie Laguna de los Tres und Laguna Torre. Alpinistisch gelten die Gipfel – insbesondere die „Fitz Traverse“ über sieben Hauptgipfel – als extrem anspruchsvoll und witterungsbedingt gefährlich und ziehen dennoch regelmäßig Spitzenalpinisten an.

Mittwoch, 19. November 2025

Patagonien - 7. Tag: Nach El Chalten

 













Wieder fahren wir durch die Steppe auf scheinbar endlosen Straßen. Auf was man in Argentinien immer aufmerksam sein muss, sind die Tiere. Die überqueren, trotz endloser Zäune manchmal unverhofft die Strasse. Es kann auch passieren, dass in einer Senke plötzlich ein Esel liegt, der sich am aufgeheizten Asphalt aufwärmt und schläft. Das Guanacos Kamele sind, hätte ich nicht gedacht. Manchmal hängt eis tot im Zaun.


Dienstag, 18. November 2025

Patagonien - 6. Tag: Bunte Hände

Da haben wir wohl nicht richtig hingehört: Das nächste Hotel hat vom Sturm etwas abbekommen. Das Dach soll fehlen. Die Information der Veranstalter der "verhinderten Bootstour" müssen das irgendwann erwähnt haben. Wir aber fahren erst einmal los. Das nächste Ziel sind die Cuevas da las Manos - Die Höhlen der Hände. Zunächst werfen wir noch einen Blick auf den Lago Buenos Aires und fahren dann durch vermeintlich flaches Land, zuerst bequem auf Asphalt.


Von der Ruta 40 biegen wir nach links ab, und das Fahren wird schwieriger. Der Himmel ist strahlend blau, von Wolken durchzogen und bald geht es steil hinab, die Gegend wird hügelig. Plötzlich sehen wir sattes Grün und schauen in den "Canadon del Rio Pinturas. Canadon ist patagonisches Spanisch und bezeichnet eine tiefe enge Schlucht, die durch Wasser erosion entstanden ist.

Montag, 17. November 2025

Patagonien - 5. Tag: Bootstour verhindert




Hier , in Los Antigous, starten wir eine Tour, die uns an die Marmorhöhlen des Chelenko-Sees führen soll, der auf argentinischer Seite „Buenos Aires“ und auf chilenischer Seite „General Carreras“ heißt. Das Hotel wirkt sehr jungendlich, der Indio davor weißt auf die schneebedeckten Berge der Anden hin und auf ein "neues El Dorado": Gold. Die Grenzstation zu "Chico Chile" - Klein Chile - ist nicht weit, für den Tagesausflug das Theater mit der elektronischen Zollerklärung aber immens und zeitaufwendig. WLAN, App, gefühlt tausend Fragen, die eh alle mit "Nein" beantwortet werden. Und Gepäckkontrolle mit Röntgengerät. 

Dann geht es weiter, die Fahrt wird idyllisch. Wir kommen auch an einer Goldmine vorbei, kein Mensch weiß, mit welchen Chemikalien da gewaschen wurde.