Dienstag, 18. November 2025

Patagonien - 6. Tag: Bunte Hände

Da haben wir wohl nicht richtig hingehört: Das nächste Hotel hat vom Sturm etwas abbekommen. Das Dach soll fehlen. Die Information der Veranstalter der "verhinderten Bootstour" müssen das irgendwann erwähnt haben. Wir aber fahren erst einmal los. Das nächste Ziel sind die Cuevas da las Manos - Die Höhlen der Hände. Zunächst werfen wir noch einen Blick auf den Lago Buenos Aires und fahren dann durch vermeintlich flaches Land, zuerst bequem auf Asphalt.


Von der Ruta 40 biegen wir nach links ab, und das Fahren wird schwieriger. Der Himmel ist strahlend blau, von Wolken durchzogen und bald geht es steil hinab, die Gegend wird hügelig. Plötzlich sehen wir sattes Grün und schauen in den "Canadon del Rio Pinturas. Canadon ist patagonisches Spanisch und bezeichnet eine tiefe enge Schlucht, die durch Wasser erosion entstanden ist.




Wir befinden uns in der Provinz Santa Cruz. Der Fluss hat die bis zu 270m tiefe und 480 m breite Schlucht in die Chon-Aike-Formation eingeschnitten, ein Gebiet aus ignimbritischem Vulkangestein. Das Mikroklima war die Grundlage für die Besiedlung durch Jäger und Sammler, die sich sonst von den Guanakos der patagonischen Steppe ernährten.


Mit den Helmen gegen Steinschlag vesehen, begutachten wir die Höhlenmalereien. Die Wände sind bedeckt mit Schablonenabdrücken von Händen, meist in roten, ockerfarbenen oder schwarzen Pigmenten. Neben den Händen finden sich Jagdszenen, Guanakos, geometrische Muster und stilisierte menschliche Figuren. Die Kunstwerke stammen aus mehreren kulturellen Phasen zwischen ca. 9.000 und 3.000 Jahren vor heute und zeigen unterschiedliche Stilebenen. Die Unesco beschreibt die Stätte als ein "außergewöhnliches Ensemble prähistorischer Felskunst", das zwischen 13000 und 9500 Jahre alt ist.



Eine Wanderung durch den Canyon muss wegen des weg geflogenen Hoteldaches ausfallen, wir fahren weiter Richtung Süden durch die Steppe, die plötzlich wieder völlig anders anzusehen ist. 



Das freundliche Personal der "Cuevas" hat doch tatsächlich das richtige Telefonnetz. Sie ordern für uns eine neue Unterkunft, die befindet sich in Bajo Caracoles. Das ist ein Nest, welches sich tatsächlich auf der großen Straßenkarte befindet, die wir im Auto benutzen. Eine Mini-Polizeistation, einen über und über mit Aufklebern belegte Tankstelle, eine Art Pension mit Frühstücksräumen für Trucker. Draußen dran sogar E-Tankstellen. Uriges Ambiente, ein Ladenlokal als Restaurant plus Andenkenshop. wir schlafen trotzdem hervorragend. Das war Glück, denn unter Campern und Truckern ist der kleine Ort bekannt.



Ein abenteuerlicher Tag neigt sich dem Ende zu.

* * *

Der Cañadón del Río Pinturas bedeutet wörtlich „Schlucht des Flusses Pinturas“. Cañadón ist ein patagonisches Spanisch und bezeichnet eine tiefe, enge Schlucht, die durch Wassererosion entstanden ist. Der Name verweist also direkt auf die Landschaftsform und den Fluss, der sie geschaffen hat.

Die Cueva de las Manos („Höhle der Hände“) in Patagonien gehört zu den eindrucksvollsten archäologischen Stätten Südamerikas. Sie ist vor allem berühmt für hunderte negative Handabdrücke, die vor bis zu 13.000 Jahren entstanden sind. Die Höhle liegt im abgelegenen Cañadón del Río Pinturas im Nordwesten der Provinz Santa Cruz und ist seit 1999 UNESCO‑Welterbe. 

🖐️ Was die Höhle einzigartig macht

  • Die Wände sind bedeckt mit Schablonenabdrücken von Händen, meist in roten, ockerfarbenen oder schwarzen Pigmenten.
  • Neben den Händen finden sich Jagdszenen, Guanakos, geometrische Muster und stilisierte menschliche Figuren.
  • Die Kunstwerke stammen aus mehreren kulturellen Phasen zwischen ca. 9.000 und 3.000 Jahren vor heute und zeigen unterschiedliche Stilebenen. 

🏞️ Landschaft und Lage

  • Die Höhle ist etwa 20 m tief, 10 m hoch und 15 m breit und liegt in einer spektakulären Schluchtlandschaft.
  • Die Umgebung ist eine trockene, windgeprägte patagonische Steppe, die damals wie heute von Guanakos durchstreift wird.
  • Nächster Ausgangspunkt ist die Kleinstadt Perito Moreno, rund 155 km entfernt. 

🧑‍🤝‍🧑 Wer die Bilder geschaffen hat

  • Die Malereien stammen von frühen Jäger‑ und Sammlergruppen, die als Vorfahren der späteren indigenen Kulturen Patagoniens gelten.
  • Die UNESCO beschreibt die Stätte als ein außergewöhnliches Ensemble prähistorischer Felskunst, das zwischen 13.000 und 9.500 Jahren alt ist. 

🎨 Techniken und Materialien

  • Die Handnegative wurden erzeugt, indem Farbpigmente (Gips, Eisenoxide) über die aufgelegte Hand geblasen wurden.
  • Die Farben variieren je nach Epoche und Stilgruppe (A, B, C), die sich durch Motive und Farbwahl unterscheiden.
  • Besonders die Jagdszenen der ältesten Gruppe zeigen bemerkenswerte Dynamik und erzählerische Qualität. 

🛡️ Bedeutung und Erhaltung

  • Die Höhle ist ein Schlüsselort der südamerikanischen Urgeschichte, weil sie über Jahrtausende hinweg kontinuierliche kulturelle Spuren zeigt.
  • Heute wird sie streng geschützt, da Wind, Erosion und Tourismus die empfindlichen Pigmente gefährden.
(Mit Hilfe von Copilot KI erstellt)


©️ Uwe

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