Samstag, 22. November 2025

Patagonien - 10.Tag: Perito Moreno und zurück

 


Heute müssen wir etwas mehr auf die Uhr schauen, denn am Nachmittag geht der Flieger nach der Stadt der "Guten Winde" zurück. Lang streckt sich der Lago Argentino, bis wir nach rund 80 Kilometern eine riesige Eiswüste erblicken. Schon auf der Anfahrt entdecken wir die kleinen Eisberge und wenn dahinter keine Berge zu sehen wären, könnte man an den arktischen Norden denken.


Es gibt sie also noch, die Gletscher, die sich dynamisch bewegen und die nicht merklich kleiner werden trotz der großen Brocken, die mit lautem Donnern in den Lago Argentino "kalben". Si nennt man das. Der nach dem Forscher Perito Moreno benannte Gletscher ist der Auslassgletscher des drittgrößten Eisfeldes der Erde. Die beiden größten sind die Antarktis und Grönland. Es sind sogar drei Gletscher, die in den Lago Argentino fließen, insgesamt zählt der Nationalpark 47 Gletscher.  Der Nationalpark Los Claciares zieht sich nach "oben" bis El Chalten. Einer der größten Süßwasserspeicher, wobei man sich nicht täuschen sollte, der Klimawandel schlägt trotz solch gewaltiger Massen wie den Moreno-Gletscher auch in Südamerika zu mit Gigatonnen von Eis.


Wir hören es zwar öfter gewaltig krachen, aber einen richtigen frischen Eisberg bekommen wir nicht vor die Linse. Die Schiffe halten schon Abstand zum Rand des Gletschers.


Einer alten Tradition folgend, mixen wir Wodka mit Gletschereis und gedenken der Familie. Wir nehmen diesmal aber ortsgemäß einheimisches "Wässerchen" - auch die Autofahrer nippen am Calafate-Wodka. auf dem Parkplatz zerkratzt ein Buteo ventralis, ein Anden- oder Magellanbussard die Autodächer. (Jedenfalls denke ich, dass es einer ist)


Viel zu schnell müssen wir zurück, der kleine Flugplatz liegt hinter Calafate. Ein ganzes Stück begleiten uns die Gletscherreste auf dem Wasser des Sees.. Sie sehen aus wie eine kleine Flotte. Auch auf diesem See keine Boote oder Schiffe, sieht man von den Ausflugsbooten am Gletscher mal ab. Die Mietautos werden genau begutachtet, uns werden Schadenszahlungen in Aussicht gestellt, die Schotterpisten haben ihre Arbeit getan. (Drei Wochen später stellt sich heraus, dass die Firma verzichtet.) 


Zehn Tage sind einfach zu wenig für dieses riesige beeindruckende Gebiet. Der Rückflug nach Buenos Aires dauert immerhin 5 Stunden. Mit diesen Seiten habt ihr alles gesehen, nein, eher doch nicht. Der Frühling hält Einzug...

©️ Uwe



Freitag, 21. November 2025

Patagonien - 9. Tag: Nach Calafate

 

Am 21.11.2025 verlassen wir El Chalten und nehmen die vorletzte längere Etappe nach Calafate in Angriff. Das rote Hotel war eine richtige Trecker-Unterkunft, der gehobenen Art. Wanderklamotten der Besucher stachen deutlich hervor. 

Der Fitz Roy ist, wie es sich gehört, halb unter Wolken verschwunden, als wir uns verabschieden. 

Wir fahren zuerst auf der Ruta 41 entlang am Lago Viedma. Bis wir wieder auf die Ruta 40 stoßen, sind es ein paar Kilometer, insgesamt müssen wir aber nur 213 km zurück legen. 


Donnerstag, 20. November 2025

Patagonien - 8. Tag: Der rauchende Berg


Ein leckeres Frühstück im Bergsteigerhotel und dann geht es auf Tour. Für das, was jetzt kommt, habe ich die Wanderstiefel mitgenommen.  Strahlend blauer Himmel, das passt gar nicht so zu dem bisher, auch bei Carmen Rohrbach und in diversen Bildbänden gelesenen Beschreibungen. Ein paar wenige Wolkenschleier eher über dem Lago Viedma, wenn wir zurück über den Ort blicken.



Mittwoch, 19. November 2025

Patagonien - 7. Tag: Nach El Chalten

 













Wieder fahren wir durch die Steppe auf scheinbar endlosen Straßen. Auf was man in Argentinien immer aufmerksam sein muss, sind die Tiere. Die überqueren, trotz endloser Zäune manchmal unverhofft die Strasse. Es kann auch passieren, dass in einer Senke plötzlich ein Esel liegt, der sich am aufgeheizten Asphalt aufwärmt und schläft. Das Guanacos Kamele sind, hätte ich nicht gedacht. Manchmal hängt eis tot im Zaun.


Dienstag, 18. November 2025

Patagonien - 6. Tag: Bunte Hände

Da haben wir wohl nicht richtig hingehört: Das nächste Hotel hat vom Sturm etwas abbekommen. Das Dach soll fehlen. Die Information der Veranstalter der "verhinderten Bootstour" müssen das irgendwann erwähnt haben. Wir aber fahren erst einmal los. Das nächste Ziel sind die Cuevas da las Manos - Die Höhlen der Hände. Zunächst werfen wir noch einen Blick auf den Lago Buenos Aires und fahren dann durch vermeintlich flaches Land, zuerst bequem auf Asphalt.


Von der Ruta 40 biegen wir nach links ab, und das Fahren wird schwieriger. Der Himmel ist strahlend blau, von Wolken durchzogen und bald geht es steil hinab, die Gegend wird hügelig. Plötzlich sehen wir sattes Grün und schauen in den "Canadon del Rio Pinturas. Canadon ist patagonisches Spanisch und bezeichnet eine tiefe enge Schlucht, die durch Wasser erosion entstanden ist.

Montag, 17. November 2025

Patagonien - 5. Tag: Bootstour verhindert




Hier , in Los Antigous, starten wir eine Tour, die uns an die Marmorhöhlen des Chelenko-Sees führen soll, der auf argentinischer Seite „Buenos Aires“ und auf chilenischer Seite „General Carreras“ heißt. Das Hotel wirkt sehr jungendlich, der Indio davor weißt auf die schneebedeckten Berge der Anden hin und auf ein "neues El Dorado": Gold. Die Grenzstation zu "Chico Chile" - Klein Chile - ist nicht weit, für den Tagesausflug das Theater mit der elektronischen Zollerklärung aber immens und zeitaufwendig. WLAN, App, gefühlt tausend Fragen, die eh alle mit "Nein" beantwortet werden. Und Gepäckkontrolle mit Röntgengerät. 

Dann geht es weiter, die Fahrt wird idyllisch. Wir kommen auch an einer Goldmine vorbei, kein Mensch weiß, mit welchen Chemikalien da gewaschen wurde.

Sonntag, 16. November 2025

Patagonien - 4. Tag: "Grünes" Öl



Wer hat schon mal eine "grüne" Ölpumpe gesehen?


Unweit von Commodoro Rivadavia, welches wir auf unserer Fahrt Richtung Anden passieren, beginnt ein großes Ölfördergebiet. Die Stadt lebt traditionell von der konventionellen Ölförderung, bereits seit 1901. Das Ölgebiet ist riesig, es erstreckt sich von der Provinz Neuquen bis zur Provinz Chubut. "Vaca Muerta" = "Tote Kuh" gilt als zweitgrößtes Schieferölfeld weltweit mit Reserven von bis zu 16,2 Milliarden Barrel Öl und 8,7 Billionen Kubikmeter Erdgas. Die Erschließung erfolgt durch Fracking.

Samstag, 15. November 2025

Patagonien - 3. Tag: Versteinert

Da wächst ein Baum aus einem steinernem Baum

Ein Ausflug in die Vergangenheit erwartet uns am dritten Tag in Bahia Bustamente, wir besuchen einen versteinerten Wald, abseits der Touristenattraktionen. Es gibt in Patagonien mehrere große versteinerte Wälder, wie das Monumento Natural Bosques Petreficados bei der Laguna Grande in der Provinz Santa Cruz. Wir befinden uns etwas oberhalb und haben die Funde förmlich exklusiv.

Freitag, 14. November 2025

Patagonien - 2. Tag: Atlantische Abgeschiedenheit an der Ostküste

Gelegentlich "muss" der Mensch was lernen und wir bekommen eine sympathische Führung von der Historie der Gegend und den Algenfischern bis zu alternativer "Gartenbaukunst", die ein wenig schlampig daherkommt. Wir bekommen aber auch endlich einen Puma zu sehen. Überhaupt ist Argentinien ein Land für Paläontologen, Knochen und Gerippe allüberall.


Donnerstag, 13. November 2025

Patagonien - 1. Tag: Beginnt für uns an der Atlantikküste.

Wohin in Argentinien? Diese Frage stellt sich vor allem, wenn die Urlaubszeit begrenzt ist. Wie wäre es nun mit Patagonien?

Neben „Pampa“ ist „Patagonien“ sicher der zweite Begriff, den nicht nur Südamerikafans kennen. Patagonien ist ein riesiges Gebiet von 1.304.000 Quadratkilometern , dessen größter Teil in Argentinien liegt, begrenzt von Rio Colorado im Norden und der Magellan-Straße im Süden, das darunter liegende Tierra de Fuego, Feuerland, wird nicht mehr dazugezählt.

Wir waren bereits einmal in der "Gegend", im Jahr 2018 ging es auf die Halbinsel Peninsula Valdés, wo wir Walisern, Walen, Pinguinen und Dinosauriern begegneten, Aber dies ist eine andere Geschichte, die man hier nachvollziehen kann.

Schon beim Anflug bekommen wir einen Eindruck von diesem unglaublich weitem, vermeintlich eintönigem Land. Bei bestem Wetter landen wir auf dem Flugplatz Commodore Rivadavia, den bestimmt schon Antoine de Saint-Exupery benutzte.

Zunächst kaufen wir in einem Supermarkt Lebensmittel für was weiß ich wieviele Tage, dann ging es erst einmal 80 Kilometer in Richtung Norden, bis wir die asphaltierte Straße verlassen und einen Vorgeschmack (zumindest die Europäer) dafür bekommen, was den Mietautos in den nächsten Tagen zugemutet werden wird. Schotterpiste.

Mittwoch, 12. November 2025

Zurück nach B.A.

Schöne Erholungstage auf dem Land gehen auch mal zu Ende. Mit dem Lancha Collektiva fahren wir, den Motor sehr stark aufgedreht aus dem Rio Uruguay Buenos Aires entgegen.


Dabei geht es Stück durch das Delta des Rio Parana, welches durch „Hochbau“ auffällt, wegen der regelmäßigen Überschwemmungen.


Dienstag, 11. November 2025

Landwirtschaft - Exkurs 2

Das was früher urwüchsig war, wird halt kultiviert. Dabei gibt es eine Reihe staatlicher Regeln, die Deutschland weniger denkbar sind. 
Zum Beispiel dass die zukünftigen Verwender von Gerste und Eukalyptus jederzeit Zugang auf das „fremde“ Gelände haben, und dass Material an festgelegten Plätzen gelagert werden darf.
Dabei entstehen gleichzeitig lauschige Plätze und künstlich angelegte Lagunen, die Rinder, die den Bewuchs kleinhalten, müssen ja Wasser bekommen.



Das nächste Bild zeigt einen kleinen Stausee, der noch um einiges steigen wird. Auch hier ist Wasser kostbar.

Montag, 10. November 2025

Landwirtschaft - Exkurs 1

Wenn ich so an frühere Reisen denke, dann hieß es immer, südamerikanisches Rindvieh ist wirklich glücklich, weil es nur Gras oder Heu frisst. Im Großen und Ganzen ist das auch so. 
Aber dann sehen wir das:



Sonntag, 9. November 2025

La Puenta - Die Brücke

Zuerst müssen wir heute über den Rio Paraná. Wirsing auf dem Weg nach Uruguay, diesmal über Land und mit zwei Autos.


In Gualeguaychú verlieren wir uns und suchen uns mühsam über Google-Standorte zusammen. Das Nest unweit der Grenze zu Uruguay ist unscheinbar und fällt zuerst durch die üblichen Stadtränder auf, die durch teils verfallene Bauten oder „baulichen“ Wildwuchs auffallen. Die Karte zeigt aber auffallend viele Quadrate. 




Inmitten des Städtchens findet sich dann ein schönes Naherholungsgebiet an einem Fluss mir roter Brücke. Das hier „schnell“ eingeschobene Mittagessen mit leckerer Pizza führt zu „Zeitverschiebungen“.



So kommen wir erst später über den Rio Uruguay in das Land und der Reisepass ist danach nicht mehr jungfräulich.



Den ersten Sonnenuntergang verpassen wir, aber diese Abendstimmung auf den letzten Metern entschädigt dafür, denke ich.

 




Ein lauschiger Abend wird beendet unter dem Kreuz des Südens, der Sternenhimmel ist beeindruckend.

Morgen versucht sich die Reisegruppe als Gaucho. 

Hasta pronto. 

Samstag, 8. November 2025

Familientag mit Technik und leckerem Essen

 Viele Fotos gibt es nicht und Familie bleibt außen vor. Der TUNA - Kaktus sieht ein wenig aus wie der SABRÉ im nahen Osten. Der steht vor einer Firma, die einst solche Maschinen einsetzte. Leckeren Wein, unglaublich süße Nachspeise, Capaccio vom Lomo (für mich) gab es in einem rustikalen landwirtschaftlichen Restaurant. Der Schneemann hat auch eine besondere Bewandniss. Abends langes und wirklich sehr schönes Wiedersehen mit Verwandten.






©️ Der Lichtzeichner

Freitag, 7. November 2025

Asado, Sonne und Frühling



Die Strelitzie findet sich auch im hiesigen Garten, die muss ich ja nicht erklären. Heute scheint nun gleich mal die Sonne und der gestrige Abend wurde argentinisch zünftig mit Lomo, Chinchulin, Chorizo, Salmon und Morzilla verbracht.




Heute ist Familientag und morgen wird es ländlich - idyllisch.

Grüße an den Rest der Welt.

Montag, 3. November 2025

Probe Post - funktioniert



Die Schlangen und Elefanteninsel bei Peninsula Valdez, Patagonien, Argentinien, Südamerika.
Aus dem Fotobuch von 2018. 

ProbePost? Es funktioniert. Fotoseite für alle, die Instagram und Facebook nicht benutzen.


©️ Bücherjunge - Lichtzeichner

Sonntag, 2. November 2025

Reisefieber - Ein Pinguin in Buch und Film

 



Kurze Rezension zu DER PINGUIN MEINES LEBENS von
Tom Michell


© Bücherjunge - Lichtzeichner